Händelfestspiele in Halle

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Großer Erfolg bei den Händelfestspielen in Halle

Mitteldeutsche Zeitung 9.6.2010

 Mit "Armida statt Rinaldo" hatten Werner Ehrhardt und Mehmet C. Yesilçay ein Pasticcio gebacken, das Zutaten aus Händel-Opern mit exotischen Gewürzen kombinierte - eine Melange aus Orient und Okzident, die sich als Rezept in Papierform wie ein respektvolles Neben- und Nacheinander las. Doch was man dann in der Ulrichskirche erlebte, war viel mehr - eine raffinierte Mischung der Aromen, eine wechselseitige Durchdringung und Bereicherung der Klangwelten.

Die Idee, die eurozentrische Sicht auf die Kreuzzüge umzukehren, sorgte dabei für den ästhetischen Mehrwert: Wenn sich nach einer Barock-Battaglia die türkische Ney-Flöte mit ihrem rauen Ton meldete, sah man förmlich den Wind über das leere Schlachtfeld fegen. Wenn sich der lupenreine Sopran von Juanita Lascarro oder der hohe Ton von Florin Cezar Ouatu mit den ungewohnten Skalen von Ahmet Özhan mischte, rührte gerade die Differenz zwischen diesen Ausdrucksformen unmittelbar an. Wie beflügelnd aber die Percussion auf die Streicher wirkte, wie perfekt sich die Klangfarben zu neuen Tönungen verbanden - das sollte die Veranstalter zu weiteren Begegnungen dieser Art ermutigen, bei denen die Barockmusik ihr Eigenes im Anderen spiegelt.