Femme Fatale

Absolute Liebe. Absolute Macht.

Es ist eine Geschichte, die so alt ist wie die Welt: eine attraktive, sinnliche Frau bindet einen mächtigen Mann so sehr an sich, dass er nur noch in ihren Armen absolute Liebeserfüllung und Verständnis zu finden glaubt. Alleine mit körperlichen Reizen wird das jedoch keiner Frau auf Dauer gelingen. Daher sind die Geschichten einflussreicher Mätressen auch immer die Geschichten intelligenter und willensstarker Frauen. Ein Leben, das nur daraus bestand, sich zu schmücken und auf den Herrscher zu warten, war ihnen zu wenig: sie wollten Macht und dafür war ihnen kein Preis zu hoch.

Der Bürgerlichen Jeanne Poisson gelang es bei einem Kostümfest, die Aufmerksamkeit des französischen Königs auf sich zu lenken. Als seine Mätresse und Marquise de Pompadour nahm sie Einfluss bis auf die höchsten politischen Ebenen und trieb auch das kulturelle Leben bei Hofe zu vollendeter Blüte. Der Sultan nannte hunderte von Frauen sein Eigen, aber einer gelang es, ihn zu lebenslanger Treue zu verpflichten: Hürrem kam einst als Sklavin in den Harem, stieg zur absoluten Favoritin ihres Herrn auf und nahm schließlich ebenfalls Einfluss auf die politischen Geschäfte – im Grunde undenkbar für eine Frau in dieser Zeit. Bei der Ausschaltung potentieller Konkurrentinnen und anderer Gegner zeigte sich Roxelana, wie sie auch genannt wurde, ebenfalls nicht gerade zimperlich.

Das Konzertprogramm ist als eine fiktive Begegnung dieser beiden Frauen, die in völlig unterschiedlichen Welten lebten, aber doch so viele Gemeinsamkeiten hatten, konzipiert. Arien und Instrumentalmusiken aus Europa und dem osmanischen Reich decken von unendlicher Liebe, Sehnsucht und Hingabe über Berechnung, Gier bis hin zum Wahn die ganze Palette barocker Affektenkunst ab.

Musik von: Barbara Strozzi, Händel, Vivaldi, Porpora, Giacomelli, Selim III, Dilhayat Kalfa, Dede Efendi

 

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